behandelt ja, klar, aber das DDR regime hat sich doch niemals als nachfolgeregierung des kriegsschuldigen deutschlands dargestellt, oder? und damit war auch das volk raus aus der nummer. wer rechts gehustet hat, wurde deswegen auch nicht sofort komisch angeschaut.
Sagen wir so: Man sah sich selbst im Widerstand (KPD, SPD) und hatte zumindest die russische Kaderschmiede durchlaufen. (wehnermäßig halt) Also die Gründungsväter. Die Schuld des deutschen Volkes am Krieg hat man aber nicht verleugnet. Eher im Gegenteil. "Von deutschen Boden darf nie wieder Krieg ausgehen" war Staatideologie.
Kommt auch nicht von ungefähr, dass Gorbatschow als Russe der Funke für 89 war. Weil er das offen ausgesprochen hat, was im Ostblock offensichtlich war. Das wäre in etwa so, als wenn der Nachfolger von Trump oder Trump selbst die ungleichen Vermögensverhältnisse ansprechen und abändern bzw. die ungezügelte, fossilgetriebene Konsumgesellschaft in Frage stellen würde.
Der Befreier stand insofern nicht nur im Westen, so als Unterschied.
Auch wenn vieles ideologisch anders gefärbt war, als Konzept des Sozialismus. (Buchenwaldmythos/ Ines Geipel "Fabelland") Hm, naja. Arrangiert.
Aber es war nicht in dem Maße geschichtsvergessen, als dass alle Ostdeutschen Widerstandskämpfer waren. Das wurden sie erst später.
Die Kriegsschuldverweigerer waren interessanterweise eigentlich immer eher die im Westen. (KPD Verbot, Naziaufmärsche usw., ungezügelter Kapitalismus. Also weiter westlich dann. )
Und bei rechtem Husten gab es in dunklen Kammern Schreibmaschinenarbeit bis spät in die Nacht. Oder anders: Unser Verfassungsschutz hat in der Hinsicht effektiver gearbeitet. Als Jugendlicher hat man da besser keine Fahen geschwungen und sich den Husten verkniffen. Um es mal diplomatisch zu sagen. Da waren der Staat nicht zimperlich. Das war einfach nicht erwünscht.
das ist das was ich meine. rechtsdenke wurde und wird nicht per se als teufelszeug abgetan. wenn es nicht so fatal wäre, würde ich sagen: man geht entspannter damit um. und das hat m.e. was mit der DDR perspektive zu tun.
Ich meinte damit eher, dass man argumentativ viel auch bei der AfD findet. Liegt aber eher daran, dass die AfD als Partei den Ticken näher am Volk ist (auf Maul geschaut) und viele Argumente, Meinungen und Ansichten für sich verstärkt oder überhöht und ins Politische als "Kampfmittel" übersetzt. Was wiederum eine gewisse Anschlussfähigkeit erzeugt. Das ist im Grunde das, was man einen sich selbst verstärkenden Effekt nennen könnte. Das hat mit der Ideologie in der DDR nicht all zu viel zu tun, wenn heute 25 -35 Jährige mit Springerstiefeln rumlaufen oder eben rechter Ideologie folgen. In der DDR ist man nicht zum Rassist erzogen worden. Klassenfeinde, Gleichschritt, Propaganda/ Werbung, "Staatsmedien" ("Staatsmedien" AfD Vokabular! Den Begriff haben die aber von mir übernommen und politisch verfälscht und ich nicht von denen.), diese "konsumiere, gehorche, Geld ist dein Gott" gibt es immer und überall. Das mit dem Sozialismus war dann halt Schicksal.
Aber Gewalt und solche Sachen, auch Mobbing, das haben die nicht so gerne gesehen.
Gruß Ignazius