... die FIFA plant mit der „FIFA Forward Enterprise (FFE)“ eine tiefgreifende strukturelle Veränderung: Die kommerziellen Rechte und die operative Organisation der Weltmeisterschaften sollen in eine neue Gesellschaft ausgelagert werden, an der private Investoren beteiligt werden können. Damit würde die FIFA erstmals Teile ihrer Kernkompetenzen teilprivatisieren – ein Schritt, der den globalen Fußball nachhaltig verändern wird.
Die FIFA betont, Investoren würden lediglich Kapital bereitstellen, ohne Einfluss auf sportliche Entscheidungen zu nehmen. Doch in der Realität gibt es keinen Investor, der Millionen oder Milliarden investiert, ohne Mitspracherechte, Renditeerwartungen oder strategische Einflussnahme.
Investoren werden versuchen, Austragungsorte nach Kriterien der Gewinnmaximierung zu beeinflussen. Turniere könnten verstärkt in Regionen stattfinden, die politisch stabil, finanziell potenter und kommerziell attraktiv sind, also Katar, USA, Saudi-Arabien, China ... die üblichen Verdächtigen halt.
Sportliche Kriterien würden gegenüber wirtschaftlichen Interessen weiter zurückgedrängt.
Die FIFA verfolgt seit Jahren das Ziel die WM auszuweiten. In diesem Jahr spielten erstmals 48 Mannschaften. Doch intern wird bereits über 64 Teams diskutiert, ein Szenario, das die Einnahmen aus TV-Rechten, Sponsoring und Ticketing nochmals massiv steigern würde.
Die FIFA hat bereits 2021 versucht, die WM alle zwei Jahre einzuführen. Der Widerstand der UEFA und CONMEBOL war massiv. Doch mit einer ausgelagerten, investorengetriebenen FFE könnte dieser Plan wieder auf den Tisch kommen.
Mehr Turniere = mehr Umsatz = höhere Rendite für Investoren!
Ein weiterer Gedanke ist, die WM könnte künftig nicht mehr vollständig in einem Land stattfinden. Eine Entwicklung, die aktuell schon erkennbar ist.
- feste, dauerhafte WM-Stadien weltweit
- Bewerbungen nur noch für Vorrunden oder einzelne Phasen
- die „Hauptrunde“ ab Achtelfinale in finanzstarken Regionen
Das würde die WM zu einem globalen Wanderzirkus machen, der sich an wirtschaftlichen Interessen orientiert, nicht an sportlicher oder kultureller Vielfalt.
Die zunehmende Ausweitung von FIFA‑Wettbewerben, mit Weltmeisterschaft, Klub‑WM, zusätzliche Turniere und mögliche neue Formate, führt zu einer massiven Verdichtung des internationalen Spielkalenders. Für die Spieler bedeutet das längere Abwesenheiten von ihren Vereinen, verkürzte Erholungsphasen und eine steigende körperliche Belastung.
Damit verschiebt sich auch der gesamte Rhythmus der nationalen Ligen. Wenn Spieler jedes Jahr zwei Monate für FIFA‑Wettbewerbe gebunden sind, bleibt für die Vereine weniger Zeit, um ihre eigenen Wettbewerbe auszutragen. Die logische Folge wäre eine Eindampfung der nationalen Ligen mit weniger Spieltagen, kleinere Formate, geringere sportliche Bedeutung. Weniger Ligaspiele bedeuten weniger TV‑Einnahmen, weniger Ticketumsätze und eine Abwertung der nationalen Wettbewerbe, die bisher das Rückgrat des Profifußballs bilden. Gleichzeitig steigt das Risiko von Verletzungen und Überlastung, was die sportliche Qualität weiter beeinträchtigt.
Die FIFA baut sich eine globale, kommerzielle Fußballmaschine und alle anderen sollen sich daran ausrichten.
Die aktuellen Gegenmaßnahmen der UEFA dienen also nicht nur dem Sport, sondern auch der Selbstverteidigung. Die UEFA reagiert so heftig, weil:
- die EM und Champions League ihre wichtigsten Einnahmequellen sind
- die FIFA mit einer globalen Superstruktur diese Wettbewerbe entwerten könnte
- die UEFA ihre Rolle als stärkster Kontinentalverband bedroht sieht
Letztlich wirkt die geplante Struktur rund um die FIFA Forward Enterprise (FFE) wie ein Projekt, das Gianni Infantino nicht nur als organisatorische Reform, sondern als persönliches Machtinstrument nutzen wird. Eine solche Konstruktion eröffnet Infantino die Möglichkeit, sich nach seiner Amtszeit eine Position zu sichern, die finanziell und strategisch weit über das hinausgeht, was ein FIFA‑Präsident heute erhält. Sein aktuelles Jahresgehalt liegt laut FIFA‑Bericht bei rund 3 Millionen CHF plus Boni, ein Betrag, der in einer kommerziellen Gesellschaft mit Milliardenumsätzen leicht um ein Vielfaches übertroffen werden könnte. Dass Infantino in der FFE eine Führungsrolle anstrebt, wird als „offenes Geheimnis“ beschrieben.
Infantino macht uns allen gerade ein Angebot, dass wir später
nicht mehr ablehnen können.