Tonestarr hat geschrieben: Di 2. Jun 2020, 09:58
Zubitoni hat geschrieben: Di 2. Jun 2020, 09:18
gerechtigkeit/rechtsprechung ist ein grundpfeiler der demokratie. wieso soll man das nicht auf einem t-shirt fordern dürfen?
Das Frage ich mich auch schon die ganze Zeit...
In diesen Statements kann ich keine politische Massage erkennen...
Selbst wenn man auf die Problematik der Polizeigewalt/willkür gegen schwarze ansprechen würde, wäre es immer noch kein politisches Statement
Nun ja, dies ist ja wohl abhängig von der jeweiligen Verwendung des Politikbegriffs, der sich sprachlich nach drei Dimensionen differenzieren läßt:
1. Polity (Form oder Struktur des Politischen, institutionelle Aspekte)
2. Politics (Prozesse, politische Verfahren)
3. Policy (Inhalt)
Politik ist also kein bestimmter gesellschaftlicher Bezirk, sondern beinhaltet jenes dreifache Prinzip. Alles ist politisch in einer Gesellschaft, was mit einem der drei genannten Prinzipien verbunden werden kann.
Es dürfte unstreitig sein, daß die Forderung nach Gerechtigkeit in dieser konkreten Situation unter "policy" zu subsumieren ist. Insofern ist hier der "Tatbestand" des Politischen durch den zu kontrollierenden Sachverhalt erfüllt.
Der DFB wäre jedoch mit dem Klammerbeutel gepudert, würde er seine Entscheidung pauschal nach Buchstabentreue einer Norm formalistisch treffen und nicht inhaltlich in Würdigung des Geistes seiner Anti-Rassismus-Klausel. Dies im ureigensten Interesse! Denn die Folgen eines Mißurteils für ihn wären verheerend.
Schließlich sitzen ihm nicht nur das Rechtsempfinden aller gerecht und billig Denkenden, sondern auch die Reaktionen aus Politik und Gesellschaft im Rücken.