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von El Emma » Di 10. Mär 2020, 22:25
Was der Prof. Drosten da gestern gesagt hat, bedeutet doch in etwa, dass wir hierzulande dank guter Diagnoseverfahren zwar schon mehr als 1000 Infizierte nachweisen konnten, aber erst 3 Menschen am Virus gestorben sind. D.h., man ist hier noch ganz am Anfang der Pandemie, während in Italien ja schon einige hundert Tote zu verzeichnen sind. Rechnet man unsere Mortalitätsrate damit hoch, dürfte es in Italien heute schon etwa 20.000 und mehr Infizierte geben. In Deutschland geht man mit einer Infektionsrate von 60 - 70% der Bevölkerung aus; bleibt die Sterblichkeit bei 2 bis 3% davon, heißt das, dass es dann etwa eine bis eineinhalb, vielleicht auch zwei Millionen Coronatote geben könnte.
So weit die trockene Statistik. Natürlich will und muss das jede*r verantwortlich Handelnde unbedingt zu vermeiden suchen. Nur zeigt sich leider auch hier wieder dieselbe Mentalität wie beim Klimawandel:
a) das was wir jetzt machen, ist gerade so noch verantwortbar, vorausgesetzt, alle anderen machen es nicht genauso;
b) und wenn nicht, wird es uns schon nicht treffen.
Hier ist das Tumbmicheltum des 21. Jahrhunderts an der Brutstätte zu besichtigen!
Dazu kommt die verfasste Unzuständigkeit, wo Verantwortung zwischen Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden hin- und hergeschoben werden, wie die heiße Kartoffel. Auch der SPIEGEL kommentierte es heute ja: der Föderalismus steht einer effizienten Bekämpfung solcher Herausforderungen entgegen. Auch die Franzosen haben eine Demokratie, sind aber bei Verordnungen und Verboten viel schneller und konsequenter. Leider muss man in einer solchen Situation mal aufhören, endlos zu diskutieren und statt dessen Entscheidungen treffen, die bundesweite Wirkungen entfalten.
Verba volant, scripta manent.