Quo vadis BVB?

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Stumpen
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Re: Quo vadis BVB?

#4021 Beitrag von Stumpen » Do 29. Jan 2026, 16:19

... es fehlten gegen Inter offensive Durchschlagskraft, Tempo, Kreativität und Tiefe im Spiel.
https://www.kicker.de/dortmunds-problem ... 92/artikel
Kovač holt das Maximum aus dem Material heraus – doch mehr steckt derzeit nicht drin.
https://www.sportwetten24.com/magazin/a ... lmass-ist/
Zu oft fehlen in dieser Saison Kreativität und Überraschungsmomente.
https://www.zeit.de/news/2026-01/29/jet ... e-playoffs
Das Problem war – wie so oft in der laufenden Spielzeit – die uninspirierte Offensive. Während die Abwehr weitestgehend stabil stand und gegen ebenfalls unkreative Gäste nicht viel zuließ, tat sich Schwarz-Gelb einmal mehr schwer, klare Chancen herauszuspielen.
https://neunzigplus.de/champions-league ... t-ist-weg/

... es scheitert aktuell nicht an der Problembeschreibung.
Der Borussia eine Krise anzudichten, ist angesichts von Platz zwei bei nur einer einzigen Niederlage in der Bundesliga und der Qualifikation für die Zwischenrunde der Champions League polemisch.
https://neunzigplus.de/champions-league ... t-ist-weg/
"Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende."

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Re: Quo vadis BVB?

#4022 Beitrag von Tschuttiball » Do 29. Jan 2026, 16:43

Stumpen hat geschrieben: Do 29. Jan 2026, 16:19
Kovač holt das Maximum aus dem Material heraus – doch mehr steckt derzeit nicht drin.
https://www.sportwetten24.com/magazin/a ... lmass-ist/
Zu oft fehlen in dieser Saison Kreativität und Überraschungsmomente.
https://www.zeit.de/news/2026-01/29/jet ... e-playoffs
Das Problem war – wie so oft in der laufenden Spielzeit – die uninspirierte Offensive. Während die Abwehr weitestgehend stabil stand und gegen ebenfalls unkreative Gäste nicht viel zuließ, tat sich Schwarz-Gelb einmal mehr schwer, klare Chancen herauszuspielen.
[url]


Der Kader ist einfach nicht gut genug, nicht für CL-Viertelfinale. Punkt.
Kommt aber halt auch davon wenn man im Sommer meint, man bräuche keine Offensiven Aussenspieler...

Für mich leistet Kehl keine gute Arbeit, sie ist solide. Aber genügt uns solide? Ich denke nicht. Nicht mit unseren Ansprüchen.
Sollte Kehl ein Angebot vom HSV haben, dann lasst ihn gehen. Ich hoffe Kehl scoutet hier schon längst einen geeigneten Nachfolger. Man muss dabei nicht so tun, als ob es solche nicht gäbe. Man muss dazu z.B. nur nach Freiburg oder Stuttgart schauen. Da wird mit deutlich weniger Geld, bessere Arbeit geleistet. Oder aktuelles Beispiel: Hoffenheim. Viele haben gegen Ende Zorc kritisiert ja auch ich), aber seine Arbeit war einfach besser. Allein was er regelmässig (!) für Marktwerte generiert hat, sucht seines gleichen. Kehl ist da weit von entfernt. Und wird er meiner Meinung nach auch nicht erreichen. Dafür müsste man ein Konzept erkennen, sowie sowas wie Kreativität. Die Ersatzbank von Chelsea zu Scouten ist keine Kreativität. Svensson war ein positives Beispiel, solche Transfers müsste man öfters machen, günstig und gut. Schauen wir die Sommer Transfers an muss man sagen, dass stand heute keiner eingeschlagen hat. Der einzige - Anselmino, wo man zum Glück gezwungen wurde #ChuckwuemekaTransfer - ist wieder weg. Silva? Bellingham? Allesamt eine Enttäuschung wenn man ehrlich ist. Silva strahlt 0 Torgefahr aus, ist aber angeblich Stürmer. Bellingham für die Summe (Königstransfer) ist solide aber drückt dem Spiel bislang nicht den Stempel auf - klar ist er noch jung, aber müssen wir immer jedem Spieler 1 Saison geben? Couto ist 1,5 Saison da, aber weit von Stammspieler entfernt und restlos überzeugen tut er (trotz positivem Aufwind zuletzt) auch noch nicht.
Wir verbraten viel zu viel Geld, ohne outcome. Der ROI ist bei uns einfach schlecht - um es mal im Business-Speech zu sagen. No Return on Invest.

ps: das ist meine rein nüchterner Blick auf Kehls Arbeit (!). Als Mensch finde ich ihn super - sofern ich das von Aussen beurteilen kann. Er ist & bleibt eine BVB Spielerlegende. Aber als Sportdirektor (der eigentlich gerne Sport-Vorstand sein möchte), sehe ich ihn nicht auf unserem Level welches wir benötigen. Zu zögerlich. Zu wenig kreativ.
Vielen Dank für alles Herr Dr. Reinhard Rauball!

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Re: Quo vadis BVB?

#4023 Beitrag von cloud88 » Do 29. Jan 2026, 20:36

Meiner Meinung nach ist der Kader stärker als er spielt. Es erinnert mich etwas an Bayern mit Kovac. Kovac kann stabilisieren, nicht aber weiterentwickeln.

Selbst die 3er Kette kann man anders nutzen.

........Can.........Schlotterbeck.......Anton
Couto......Bellingham........Nmecha.......Svensson
........................Chukwuemeka
..................Silva................Adeyemi

Bei eigenem Angriff z.b.
....................Can..................Anton
.......................Schlotterbeck
............Bellingham..............Nmecha
Couto.............Chukwuemeka .........Svensson
.................Silva................Adeyemi

Man hätte mehr Anspielstationen und könnte auch mal Seriöser Kombinieren ohne immer wieder weite Rückpässe spielen zu müssen. Silva und Adeyemi können Flexibel verschieben und Bereiche überlagern.

Von daher kein Wunder das einige wechseln wollen. Unter Kovac werden viele an Wert verlieren, weil die Spiele keine Highlights bieten und langweilig werden.

Ich würde mir einen Trainer wünschen der mal ein Mittelmaß aus allem bevorzugt. Kein Bosz, kein Kovac und kein Tuchel. Ne gesündere Mischung aus Ballbesitz mit Gegenpressing.

Aktuell fühlt sich die Situation so an, wie bei allen letzten Trainern kurz vor dem negative Trend.

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Re: Quo vadis BVB?

#4024 Beitrag von Ignazius5 » Do 29. Jan 2026, 21:18

Meiner Meinung nach ist der Kader stärker als er spielt. Es erinnert mich etwas an Bayern mit Kovac. Kovac kann stabilisieren, nicht aber weiterentwickeln.
Bayern war damals aber schon noch eine andere Hausnummer, was Spielkultur anging. Die waren von Heynckes, Pep und Co schon sehr verwöhnt, was das anging. Kann man so nicht vergleichen. ;)

Unser "Problem" ist aktuell, dass Guirassy mehr mit sich selbst als mit allen anderen beschäftigt ist. Karim ist mir zu inkonstant und braucht gefühlt ständig die An oder Zurechtweisung des Trainers. Carney konnte sich bis jetzt noch nicht so einbringen.

Wenn man mehr "Spielkultur" haben möchte, müssten dem Vernehmen nach eigentlich Couto, Brandt, Carney, und Silva rein. Schlotti und Ryerson (diagonale Falle, Grundliniendilemma) raus, dafür Amselmino eher wieder rein. :lol: :mrgreen:

Gruß Ignazius

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Re: Quo vadis BVB?

#4025 Beitrag von RheinSiegBorusse » Do 29. Jan 2026, 21:21

cloud88 hat geschrieben: Do 29. Jan 2026, 20:36 Meiner Meinung nach ist der Kader stärker als er spielt. Es erinnert mich etwas an Bayern mit Kovac. Kovac kann stabilisieren, nicht aber weiterentwickeln.

Selbst die 3er Kette kann man anders nutzen.

........Can.........Schlotterbeck.......Anton
Couto......Bellingham........Nmecha.......Svensson
........................Chukwuemeka
..................Silva................Adeyemi

Bei eigenem Angriff z.b.
....................Can..................Anton
.......................Schlotterbeck
............Bellingham..............Nmecha
Couto.............Chukwuemeka .........Svensson
.................Silva................Adeyemi

Man hätte mehr Anspielstationen und könnte auch mal Seriöser Kombinieren ohne immer wieder weite Rückpässe spielen zu müssen. Silva und Adeyemi können Flexibel verschieben und Bereiche überlagern.

Von daher kein Wunder das einige wechseln wollen. Unter Kovac werden viele an Wert verlieren, weil die Spiele keine Highlights bieten und langweilig werden.

Ich würde mir einen Trainer wünschen der mal ein Mittelmaß aus allem bevorzugt. Kein Bosz, kein Kovac und kein Tuchel. Ne gesündere Mischung aus Ballbesitz mit Gegenpressing.

Aktuell fühlt sich die Situation so an, wie bei allen letzten Trainern kurz vor dem negative Trend.
:thumbup:
Dieser Meinung kann ich mich vollumfänglich anschließen.

Stabilisiert ja, super wichtig gewesen.
Entwicklung nein. Wie ich schon einmal geschrieben habe, schaut euch seine Stationen an.

Es fühlt sich nicht nur nach einem negativen Trend an, er ist da !!! Die Buli Ergebnisse und Punkte täuschen einfach darüber hinweg.
"Nein, liebe Zuschauer, das ist keine Zeitlupe. Der läuft wirklich so langsam." (Werner Hansch) :lol:

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Re: Quo vadis BVB?

#4026 Beitrag von pauli74 » Fr 30. Jan 2026, 10:33

Der Trend war aber schon da als Sahin übernommen hat. Da war es so kritisch, unsere finanziellen Situation hätte uns fast in die Tiefe gerissen mitsamt unserer schwer aufgebaute Reputation für Sponsoren etc. Sich jetzt auf jeden nächsten Trainer einzuschießen zu wollen, bringt doch recht wenig, aus meiners Sicht. Die Spieler kriegten doch alle ihre Chance zu zeigen was sie können. Tag für Tag, Jahr für Jahr, unter dem aktuellen und unter dem letzen und vorletzten Trainer ...

Wir bluten nur langsam aus (Hummels, Reus und die ganzen WK Stars die wir mal drum herum hatten, aber teuer verkauft haben) und da wächst wenig nach, hier sehe ich das größere Problem.

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Re: Quo vadis BVB?

#4027 Beitrag von Zubitoni » Fr 30. Jan 2026, 10:54

pauli74 hat geschrieben: Fr 30. Jan 2026, 10:33 Der Trend war aber schon da als Sahin übernommen hat. Da war es so kritisch, unsere finanziellen Situation hätte uns fast in die Tiefe gerissen mitsamt unserer schwer aufgebaute Reputation für Sponsoren etc. Sich jetzt auf jeden nächsten Trainer einzuschießen zu wollen, bringt doch recht wenig, aus meiners Sicht. Die Spieler kriegten doch alle ihre Chance zu zeigen was sie können. Tag für Tag, Jahr für Jahr, unter dem aktuellen und unter dem letzen und vorletzten Trainer ...

Wir bluten nur langsam aus (Hummels, Reus und die ganzen WK Stars die wir mal drum herum hatten, aber teuer verkauft haben) und da wächst wenig nach, hier sehe ich das größere Problem.
wir können mit ein 2 bis 3 guten griffen auf dem transfermarkt und einem trainer, der nachwuchs integrieren mag und etwas mehr an die offensive denkt, sehr schnell wieder die kurve kriegen. dafür sind unsere fundamente (reputation, stadion, jugendarbeit, saubere finanzen, …) einfach zu stark. aber es wäre halt mal wieder schön, wenn es denn auch passieren würde. wenn kovac sich das zutraut, gerne mit ihm. ansonsten muss man halt irgendwann sagen: saubere arbeit geleistet bis dahin, für die weitere entwicklung muss jetzt ein anderer ran. natürlich leichter gesagt, find mal einen alonso, der verfügbar ist… ;)
Eine Meinung.

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Re: Quo vadis BVB?

#4028 Beitrag von pauli74 » Fr 30. Jan 2026, 12:50

Zubitoni hat geschrieben: Fr 30. Jan 2026, 10:54
pauli74 hat geschrieben: Fr 30. Jan 2026, 10:33 Der Trend war aber schon da als Sahin übernommen hat. Da war es so kritisch, unsere finanziellen Situation hätte uns fast in die Tiefe gerissen mitsamt unserer schwer aufgebaute Reputation für Sponsoren etc. Sich jetzt auf jeden nächsten Trainer einzuschießen zu wollen, bringt doch recht wenig, aus meiners Sicht. Die Spieler kriegten doch alle ihre Chance zu zeigen was sie können. Tag für Tag, Jahr für Jahr, unter dem aktuellen und unter dem letzen und vorletzten Trainer ...

Wir bluten nur langsam aus (Hummels, Reus und die ganzen WK Stars die wir mal drum herum hatten, aber teuer verkauft haben) und da wächst wenig nach, hier sehe ich das größere Problem.
wir können mit ein 2 bis 3 guten griffen auf dem transfermarkt und einem trainer, der nachwuchs integrieren mag und etwas mehr an die offensive denkt, sehr schnell wieder die kurve kriegen. dafür sind unsere fundamente (reputation, stadion, jugendarbeit, saubere finanzen, …) einfach zu stark. aber es wäre halt mal wieder schön, wenn es denn auch passieren würde. wenn kovac sich das zutraut, gerne mit ihm. ansonsten muss man halt irgendwann sagen: saubere arbeit geleistet bis dahin, für die weitere entwicklung muss jetzt ein anderer ran. natürlich leichter gesagt, find mal einen alonso, der verfügbar ist… ;)
Alonso, ist schon ein guter Trainer. Aber auch er kann scheitern, wie in Madrid. Wir brauchen einfach gute Spieler unabhängig von dem aktuellen Trainer...

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Re: Quo vadis BVB?

#4029 Beitrag von Stumpen » Fr 30. Jan 2026, 13:44

... der beste Trainer der Welt kann aus keiner Mannschaft etwas machen, wenn die Spieler nicht mitziehen.

Man sollte vielleicht schauen, ob man vielleicht mal ans System geht. Wir brauchen Breite im Spiel und müssen es viel schneller spielen.

Ein 4-4-2 in der Raute kann ich mir aktuell und perspektivisch gut vorstellen. In der kreativen Form ...

______________Kobel
Ryerson - Anton - Schlotterbeck - Svensson
____________Bensebaini
______Nmecha - Chukwuemeka
______________Silva
__________Beier - Guirassy

Mit den entsprechenden Alternativen ...

____________________Kobel (Meyer)
Ryerson (Süle) - Anton (Mane) - Schlotterbeck (Can) - Bensebaini (Svensson/Kabar)
___________________Sabitzer (Bensebaini/Özcan)
__________Nmecha (Couto) - Chukwuemeka (Bellingham)
____________________Brandt (Silva)
_______________Beier (Adeyemi) - Guirassy (Wüstenhagen)

Silva ist für mich ein guter Fussballer, vielleicht ist er auf der 10 besser aufgehoben. Bensebaini würde ich gerne mal auf der 6 sehen. Im Sommer musst du einfach auf diesen Positionen nach Alternativen schauen, plus die fehlenden Aussen und was sich sonst noch so an Bedarf durch Abgänge ergibt.

Wir müssen uns mal wieder etwas trauen und eine Mannschaft aufs Feld schicken, die als solche auch erkennbar ist.
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Re: Quo vadis BVB?

#4030 Beitrag von Ignazius5 » Fr 30. Jan 2026, 15:01

.. der beste Trainer der Welt kann aus keiner Mannschaft etwas machen, wenn die Spieler nicht mitziehen.
Es wird aber auch kein Trainer oder Team schaffen in Seire stärkere Gegner zu schlagen, nur weil man mit allen möglichen taktischen Tricks arbeitet, das Team das halt so will und eben einfach schneller spielt. Das ist schlicht eine Illusion. Die Peps dieser Welt gewinnen die Mehrheit ihre Spiele nicht, weil das alle taktische Genies sind oder ihre Spieler bis ins Unendliche weiterentwickeln, sondern weil sie in der Regel in Vereinen mit erweiterten Möglichkeiten arbeiten. Deshalb sind es auch Toptrainer.

Da ist ein einzelner Spieler nie der alleinige Hecht im Teich.

Und wenn man den Gerüchten über die Arbeitsweise von Ancelotti Glauben schenken möchte, scheint das Geheimnis eher zu sein, den gestressten Spielern mit taktischen Anweisungen oder Training nicht all zu sehr auf den Sack zu gehen, sofern man nicht in Bayern arbeitet, und sich sonst tagsüber um die Kaffeeküche und den Briefverkehr zu kümmern. Das hat ja sogar Zidane nach der Entlassung von Alonso in ähnlicher Weise bestätigt. ;)

Illusionen: Es ist tatsächlich so eine Illusion zu glauben, dass man in der Niederlage jedes mal die deutlich besser Mannschaft stellt. Also Niederlagen als Produkt des reinen Zufalls. Das kommt im Grunde relativ selten vor. Insofern: Wir können mit Kampf und allerlei Taktik zehn mal gegen ein Topteam antreten und werden dennoch sechs bis acht von zehn Spielen verlieren. So als Beispiel. Eventuell reicht es dann auch mal für ein Remis. Aktuell.

Dafür muss man noch nicht mal in den Spielen so viel falsch machen. Es reicht bereits, wenn der Gegner mit seiner Qualität ein oder zwei Situationen nutzt. Also z.B. einen direkten Freistoß relativ regelmäßig verwandeln können. Und genau deshalb geben Topklubs für solche Spieler auch jede Menge Geld aus, eben weil man gewisse Dinge nicht entwickeln kann. Selbst wenn der Spieler das will!

Anders: Man wird nicht jeden Berufsmusiker zu einen Komponisten a la Bach entwickeln können. Obwohl beide über die selben Grundlagen verfügen.
In dem Sinne finde ich die anhaltende Kritik an unseren Trainern wegen der fehlenden Weiterentwicklung oft für weitgehend überzogen. Ich würde das nicht mal zu seinem Aufgabenfeld zählen.

Wenn also so Kaliber wie Pep hier aufschlagen, werden die unseren Spielern garantiert nicht erklären, wie man Bälle sauber annimmt oder wie bzw. wann man welche Pässe spielt. Was nicht heißen soll, dass es so gar keine Anweisungen gibt. Aber die setzen gewisse Dinge dann auch einfach voraus und richten danach ihre Einkaufsliste aus. Punkt.

Gruß Ignazius

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Re: Quo vadis BVB?

#4031 Beitrag von Stumpen » Fr 30. Jan 2026, 20:20

... so ganz hilflos seh ich ein Trainer nicht. Er kann zumindest dafür sorgen, dass sich die Stärken der Spieler addieren und die Schwächen sich im Teamverbund nicht ganz so dramatisch auswirken. Er wird nicht rausholen, was nicht drin steckt, aber wenn diese Truppe bis zur Haarspitze in jedem Spiel motiviert wäre, würden wir Spiele sehen, die um Klassen besser sind.
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Re: Quo vadis BVB?

#4032 Beitrag von Ignazius5 » Fr 30. Jan 2026, 21:43

Teilweise ja, teilweise nein. Es spielt schon eine Rolle, zu welchem Verein ein Trainer berufen wird und dann dort arbeiten kann. Wenn das passt, dann entsteht auch was. Unabhängig von der Größe des Vereins. Neururer in Bochum, Funkel(?) in Köln, Klopp in Mainz oder Dortmund. Liverpool war eine etwas andere Hausnummer. Da hatte er international bereits einen Namen und war auch entsprechend überall auf der Liste. (Madrid, Manchester, event. sogar Arsenal)

Es gibt aber auch richtig gute Trainer (Mourinho), wo es in den jeweiligen Vereinen nicht so recht funktionieren will oder wollte. (Manchester, teilweise Madrid) Aber dennoch mit Porto und Mailand alles abgeräumt und Chelsea als Topteam etabliert bzw. dahin entwickelt.

Klar, auch mit dem nötigen Kleingeld. ;)

Motivieren, Ansprache: Ja, spielt sicher auch eine Rolle. Und dennoch: Jede noch so schöne Illusion, Theorie oder Motivation kann an einer hässlichen Tatsache - Gegner kann Fußball spielen - scheitern. ;)

Oder anders: Man kann Fußballspiele auch mit schlechten oder weniger gut getroffenen Entscheidungen gewinnen. Es ist manchmal purer Zufall, ob ein abgefälschter oder schlecht getroffener Ball in einem EM Finale als Golden Goal zum Titel reicht oder nicht. Der Rest danach ist reine Mythenbildung. ;)

Gruß Ignazius

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Re: Quo vadis BVB?

#4033 Beitrag von cloud88 » Sa 31. Jan 2026, 11:03

Wenn Spieler die vorher oder bei der N11 bessere und saubere Leistungen zeigen, dann gibt das am ende schon gewisse Rückschlüsse.

Kovac hatt letzte Saison mehr offensive zugelassen, was man auch öfters auf dem Platz sehen konnte. Ich habe auch bewusst Bayern genommen, weil der Nachfolger sehr viel mehr aus dem gleichen Kader holen konnte.

Es fällt bei uns ohnehin oft auf, das Trainer ab der 2 Saison einen negativen Trend im spielerischen Bereich bekommen.

Ob Tuchel damals, wo natürlich Abgänge mit ein Grund waren, Favre, Terzic oder jetzt Kovac. Das spricht für mich dafür, das wir uns nicht auf etwas bestimmtes versteifen dürfen wie z.b. voll Angriff, voll Ballbesitz, voll Defensive usw. Kovac und Terzic hatten irgendwann immer unansehnlichere Spiele in der Liga, wo wir gegen Schwäche Teams, spielerische Probleme hatten.

Die Mannschaft braucht ein flexibles System und vorallem deutlich mehr Training im Passspiel. Es kann nicht sein, das wir dort immer schlechter und unsaubere werden. Da haben selbst manche Abstiegskandidaten saubere Bälle gespielt. Wir können kaum Ball Annahmen, Pässe werden oft in den falschen Fuß gespielt. Inzwischen ist selbst Schlotterbeck dabei seine starken Bälle zu versauen. Dieser Bereich ist Trainer sache.

Guirassy als Grund auszumachen passt nicht, da die Stürmer ohnehin kaum anschluss Gelegenheiten bekommen, was eigentlich nichts sein dürfte.

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Re: Quo vadis BVB?

#4034 Beitrag von Zubitoni » Sa 31. Jan 2026, 11:06

Die erfolgte stabilisierung unter kovac ist ein wichtiger schritt.

Den verantwortlichen dürfte dennoch hoffentlich sehr klar sein, was es nun braucht. Nmecha ist stark, aber wenn er die säule für erfolg und attraktiven fußball sein soll, dann wird es nix. Ebenso schlotti.

Wenn nichts unternommen wird, werden wir auch weiter dümpeln. Neue Spieler und neue philosophie, darum gehts im wesentlichen. Die guten nachwuchsjungs, die jetzt in reihe anstehen, MÜSSEN integriert werden, diese chance darf sich der verein wirklich nicht mehr entgehen lassen. Das muss ein klar formuliertes top ziel für kovac sein!!

Und die scouts müssen weiter gechallenged werden. svenssons, benses und ryersons waren eine große hilfe. Aber für mehr brauchen die jungs unterstützung. Sie sollten nicht verantwortlich gemacht werden für fehlende offensivbeiträge, wenn sie eigentlich in einer defensiven viererkette beheimatet sind. Das haben sie ja nicht umsonst vorher jahrelang gespielt.

Also, es gibt viel zu tun, aber die möglichkeiten sind da. Und das zielbild hoffentlich auch…
Eine Meinung.

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Re: Quo vadis BVB?

#4035 Beitrag von Ignazius5 » Sa 31. Jan 2026, 12:08

Die Mannschaft braucht ein flexibles System und vor allem deutlich mehr Training im Passspiel.
Wann will man das während der Saison trainieren? Und Training ersetzt nun mal keine Spielerfahrung. Insofern dienen die Übungseinheiten während der Saison auch eher dem Erhalt der Fitness, Geschmeidigkeit oder geistige Frische.

Es kommt auch nicht aus dem luftleeren Raum, dass CL Vereine nach dem Ausscheiden in der Liga danach meist etwas frischer wirken. Ganz einfach, weil die damit einhergehenden Belastungen in der CL (mediales Aufkommen, Reisen, permanentes "Zusammensein" in den Hotels, die höheren Belastungen in den Spielen, Drucksituationen ums Weiterkommen usw.) nicht ganz ohne sind.

Auch deshalb bekommen Trainer schnell graue Haare und Krähenfüße. :)

Und ich glaube auch nicht, dass man einem Profi jetzt zwanghaft noch den Umgang mit dem Ball beibringen muss. Das wissen die schon, sonst wären sie keine Profispieler. Das ist für Profis schlicht handwerkliches Rüstzeug. Man muss einen Maurermeister auch nicht den Umgang mit der Kelle beibringen, oder einem Schreiner den Umgang mit dem Hobel.
Wenn Spieler die vorher oder bei der N11 bessere und saubere Leistungen zeigen, dann gibt das am ende schon gewisse Rückschlüsse.
Ich denke, dass ist eine etwas andere Baustelle. Weil Nationalteams einen Ticken anders funktionieren. Sofern sich solche Tendenzen zeigen oder nachweisen lassen. Im Übrigen hatte J.Löw seinerzeit mit Hummels nicht allein deshalb ein "Problem", weil die Spielweise zwischen Verein und Nationalteam zwei unterschiedliche Ansätze verfolgte. Und dennoch haben wir unsere Spielweise im Verein nicht dem der Nationalmannshaft angepasst.

Gruß Ignazius

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Re: Quo vadis BVB?

#4036 Beitrag von Stumpen » Sa 31. Jan 2026, 13:54

Einige Spieler gelten als „zu satt“, auf bestimmten Positionen fehle es an Qualität, während einzelne Verträge als zu üppig bewertet werden. Mehr Offensivdrang, eine klare Talentstrategie und schlankere Entscheidungswege sollen dem BVB somit helfen, die sportliche Identität zurückzugewinnen.
https://www.focus.de/sport/fussball/gro ... 0ab53.html

... unabhängig davon, woher die Analyse stammt, ganz von der Hand zu weisen ist sie nicht.

Ich sehe ebenfalls Spieler, die satt wirken. Unter Leistungsaspekten fällt es schwer zu begründen, warum man die Verträge von Brandt, Can oder nächstes Jahr Sabitzer verlängern sollte.

Die größte Qualitätslücke liegt, auch wenn es viele nicht mehr hören wollen, klar auf der Sechs und der Zehn. Uns fehlt ein Spieler, der den Spielaufbau lenkt, und ein kreativer Kopf im offensiven Zentrum. Wir brauchen Typen, die Verantwortung übernehmen und das Spiel tragen.

Auch auf den Außenbahnen brauchen wir dringend Verstärkungen, defensiv wie offensiv. Ein System mit zwei echten offensiven Flügelspielern können wir aktuell nicht spielen. Was passiert, wenn man Adeyemi oder Beier dort einsetzt, hat man oft genug gesehen.

Ob die Qualität von Beier, Adeyemi, Silva, Chukwuemeka, Bellingham und der gesamten Mannschaft international reicht, kann letztlich nur der Trainer beurteilen. Die Ergebnisse sprechen im Moment eher dagegen. Unser Hauptproblem ist die fehlende Konstanz. Wenn man konstant gut oder konstant schlecht ist, kann man gezielt an Inhalten arbeiten. Bei uns funktioniert etwas heute, morgen aber nicht mehr – das macht es extrem schwer.

Die hohen Gehälter sind ein weiteres Thema. Süle dürfte über seinen Vertrag nur lachen, eine klare Fehleinschätzung. Ähnlich wie damals bei Moukoko oder Modeste. Und aktuell frage ich mich, welchen sportlichen Gegenwert Chukwuemeka für sechs Millionen liefert. Dass die Engländer die Preise treiben, ist das eine – dass wir da mitziehen, das andere. Die Gehaltsentwicklung ist absurd. Für sechs Millionen muss ein Spieler vorangehen, andere mitziehen und in den meisten Spielen zeigen, warum er so viel verdient. Wenn Teams wie St. Pauli oder Hamburg uns auf ihr Niveau herunterziehen können, ist der eine oder andere Spieler schlicht überbezahlt.

Wie sollen wir Offensivdruck erzeugen, wenn uns die Mittel fehlen? Egal wer Stürmer ist, er ist der Leidtragende, weil er kaum Bälle und keine Unterstützung bekommt. Uns fehlt neben einem Spielgestalter auch Kreativität im letzten Drittel. In Umschaltsituationen fehlt uns komplett die Handlungsschnelligkeit. Sobald wir den Ball haben, nehmen wir Tempo raus. Räume werden nicht schnell genug besetzt, um das Spiel breit zu machen. Wenn das schon nur halb funktioniert und dann auch noch grundlegende Dinge nicht stimmen, wird es richtig schwer.

Ich sehe großen Förderbedarf im Spiel ohne Ball, nachrücken, sich anbieten, sich vom Gegenspieler lösen, ins Pressing gehen. Aber auch im Spiel mit Ball fehlt es oft an Passschärfe und Genauigkeit. Es macht mich wahnsinnig, wenn Pässe in den Rücken gespielt werden, ins Niemandsland gehen oder direkt beim Gegner landen.

Wir haben zwar eine Talentstrategie, aber die endet leider bei der U23. Der Abstieg aus der 3. Liga tut immer noch weh. Wer nicht selbst ausbildet, darf sich über Fachkräftemangel nicht wundern. Couto ist ein gutes Beispiel, hätten wir einem eigenen Talent ähnliche Einsatzzeiten gegeben, wäre es heute nicht schlechter. Ein Ansgar Knauff würde unsere Seite vermutlich besser besetzen als Couto und defensiv stark ist Couto ja auch nicht.

Sportliche Identität bedeutet für mich welche Werte hat der Spieler. Passt ein Spieler zur Mannschaft? Verkörpert er die Eigenschaften, die wir sehen wollen? Ist er hungrig und will mehr? Bei Sabitzer hatte ich bei seiner Vertragsunterschrift nicht das Gefühl, dass er wirklich etwas in Dortmund bewegen will, oder er gerade besonders glücklich ist. Süle ist ein weiteres Beispiel. Er sollte Führungsspieler werden, Hummels beerben, im Zentrum der Mannschaft stehen. Nach der Unterschrift wurde klar, dass er sich in dieser Rolle gar nicht sieht und es angenehmer findet, keine Verantwortung tragen zu müssen.

Ich sehe die Verantwortung für diese Entwicklungen sowohl bei Kehl als auch – leider – bei Ricken. Gerade die kurzen Entscheidungswege und die unklare Rollenverteilung fallen in ihren Bereich. Wenn Ricken als Geschäftsführer wirklich die nötige Autorität hätte, wäre die ganze Geschichte rund um Mislintat gar nicht erst entstanden.

Entweder hätte er Watzke deutlich gemacht, dass er Mislintat in dieser Struktur nicht braucht, oder – falls Mislintat tatsächlich gewollt war – er hätte beiden klar und unmissverständlich aufgezeigt, wie die Zusammenarbeit auszusehen hat: Wer entscheidet was, wer trägt welche Verantwortung, und wo liegen die Grenzen der jeweiligen Zuständigkeiten.

Genau diese Führungsstärke hat gefehlt. Statt klare Strukturen zu schaffen, entstand ein Kompetenzgerangel, das dem Verein eher geschadet als genutzt hat. Ein starker Geschäftsführer hätte diese Situation frühzeitig geordnet, Erwartungen definiert und dafür gesorgt, dass persönliche Eitelkeiten nicht über dem Wohl des Vereins stehen.

Diese Fehler liegen in der Vergangenheit, und auch Kehl und Ricken brauchen eine gewisse Eingewöhnungszeit. Schwamm drüber. Aber künftig muss es deutlich besser werden.
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Re: Quo vadis BVB?

#4037 Beitrag von LEF » Sa 31. Jan 2026, 18:28

Stumpen hat geschrieben: Sa 31. Jan 2026, 13:54
Einige Spieler gelten als „zu satt“, auf bestimmten Positionen fehle es an Qualität, während einzelne Verträge als zu üppig bewertet werden. Mehr Offensivdrang, eine klare Talentstrategie und schlankere Entscheidungswege sollen dem BVB somit helfen, die sportliche Identität zurückzugewinnen.
https://www.focus.de/sport/fussball/gro ... 0ab53.html

... unabhängig davon, woher die Analyse stammt, ganz von der Hand zu weisen ist sie nicht.

Ich sehe ebenfalls Spieler, die satt wirken. Unter Leistungsaspekten fällt es schwer zu begründen, warum man die Verträge von Brandt, Can oder nächstes Jahr Sabitzer verlängern sollte.

Die größte Qualitätslücke liegt, auch wenn es viele nicht mehr hören wollen, klar auf der Sechs und der Zehn. Uns fehlt ein Spieler, der den Spielaufbau lenkt, und ein kreativer Kopf im offensiven Zentrum. Wir brauchen Typen, die Verantwortung übernehmen und das Spiel tragen.

Auch auf den Außenbahnen brauchen wir dringend Verstärkungen, defensiv wie offensiv. Ein System mit zwei echten offensiven Flügelspielern können wir aktuell nicht spielen. Was passiert, wenn man Adeyemi oder Beier dort einsetzt, hat man oft genug gesehen.

Ob die Qualität von Beier, Adeyemi, Silva, Chukwuemeka, Bellingham und der gesamten Mannschaft international reicht, kann letztlich nur der Trainer beurteilen. Die Ergebnisse sprechen im Moment eher dagegen. Unser Hauptproblem ist die fehlende Konstanz. Wenn man konstant gut oder konstant schlecht ist, kann man gezielt an Inhalten arbeiten. Bei uns funktioniert etwas heute, morgen aber nicht mehr – das macht es extrem schwer.

Die hohen Gehälter sind ein weiteres Thema. Süle dürfte über seinen Vertrag nur lachen, eine klare Fehleinschätzung. Ähnlich wie damals bei Moukoko oder Modeste. Und aktuell frage ich mich, welchen sportlichen Gegenwert Chukwuemeka für sechs Millionen liefert. Dass die Engländer die Preise treiben, ist das eine – dass wir da mitziehen, das andere. Die Gehaltsentwicklung ist absurd. Für sechs Millionen muss ein Spieler vorangehen, andere mitziehen und in den meisten Spielen zeigen, warum er so viel verdient. Wenn Teams wie St. Pauli oder Hamburg uns auf ihr Niveau herunterziehen können, ist der eine oder andere Spieler schlicht überbezahlt.

Wie sollen wir Offensivdruck erzeugen, wenn uns die Mittel fehlen? Egal wer Stürmer ist, er ist der Leidtragende, weil er kaum Bälle und keine Unterstützung bekommt. Uns fehlt neben einem Spielgestalter auch Kreativität im letzten Drittel. In Umschaltsituationen fehlt uns komplett die Handlungsschnelligkeit. Sobald wir den Ball haben, nehmen wir Tempo raus. Räume werden nicht schnell genug besetzt, um das Spiel breit zu machen. Wenn das schon nur halb funktioniert und dann auch noch grundlegende Dinge nicht stimmen, wird es richtig schwer.

Ich sehe großen Förderbedarf im Spiel ohne Ball, nachrücken, sich anbieten, sich vom Gegenspieler lösen, ins Pressing gehen. Aber auch im Spiel mit Ball fehlt es oft an Passschärfe und Genauigkeit. Es macht mich wahnsinnig, wenn Pässe in den Rücken gespielt werden, ins Niemandsland gehen oder direkt beim Gegner landen.

Wir haben zwar eine Talentstrategie, aber die endet leider bei der U23. Der Abstieg aus der 3. Liga tut immer noch weh. Wer nicht selbst ausbildet, darf sich über Fachkräftemangel nicht wundern. Couto ist ein gutes Beispiel, hätten wir einem eigenen Talent ähnliche Einsatzzeiten gegeben, wäre es heute nicht schlechter. Ein Ansgar Knauff würde unsere Seite vermutlich besser besetzen als Couto und defensiv stark ist Couto ja auch nicht.

Sportliche Identität bedeutet für mich welche Werte hat der Spieler. Passt ein Spieler zur Mannschaft? Verkörpert er die Eigenschaften, die wir sehen wollen? Ist er hungrig und will mehr? Bei Sabitzer hatte ich bei seiner Vertragsunterschrift nicht das Gefühl, dass er wirklich etwas in Dortmund bewegen will, oder er gerade besonders glücklich ist. Süle ist ein weiteres Beispiel. Er sollte Führungsspieler werden, Hummels beerben, im Zentrum der Mannschaft stehen. Nach der Unterschrift wurde klar, dass er sich in dieser Rolle gar nicht sieht und es angenehmer findet, keine Verantwortung tragen zu müssen.

Ich sehe die Verantwortung für diese Entwicklungen sowohl bei Kehl als auch – leider – bei Ricken. Gerade die kurzen Entscheidungswege und die unklare Rollenverteilung fallen in ihren Bereich. Wenn Ricken als Geschäftsführer wirklich die nötige Autorität hätte, wäre die ganze Geschichte rund um Mislintat gar nicht erst entstanden.

Entweder hätte er Watzke deutlich gemacht, dass er Mislintat in dieser Struktur nicht braucht, oder – falls Mislintat tatsächlich gewollt war – er hätte beiden klar und unmissverständlich aufgezeigt, wie die Zusammenarbeit auszusehen hat: Wer entscheidet was, wer trägt welche Verantwortung, und wo liegen die Grenzen der jeweiligen Zuständigkeiten.

Genau diese Führungsstärke hat gefehlt. Statt klare Strukturen zu schaffen, entstand ein Kompetenzgerangel, das dem Verein eher geschadet als genutzt hat. Ein starker Geschäftsführer hätte diese Situation frühzeitig geordnet, Erwartungen definiert und dafür gesorgt, dass persönliche Eitelkeiten nicht über dem Wohl des Vereins stehen.

Diese Fehler liegen in der Vergangenheit, und auch Kehl und Ricken brauchen eine gewisse Eingewöhnungszeit. Schwamm drüber. Aber künftig muss es deutlich besser werden.
Sehr guter Beitrag. Damit gehe ich konform, in allen Punkten.

Ignazius5
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Re: Quo vadis BVB?

#4038 Beitrag von Ignazius5 » So 1. Feb 2026, 13:36

Das klingt ja in der Theorie immer alles gut und schön. Ob das immer sonderlich realistisch ist, steht auf einem anderen Blatt. ;)

Führungsspieler: Ich denke mal, dass sich so gut wie in jeder Gruppe Personen von allg. Akzeptanz befinden oder herausbilden. Aber das ist keine Garantie für irgendwas. Auch Führungsspieler sind immer noch von ihren Mitspielern abhängig. Und Trump z.B. ist auch eine Führungsfigur, folgt aber recht kompromisslos seinen eignen Interessen. "Gebt mir die Kohle! Bei mir ist sie gut bzw. besser aufgehoben." Ist nicht unbedingt besser. Aber er ist innerhalb einer Gruppe eine akzeptierte Führungsfigur.

Führungsspieler können dir auch das "Genick" brechen. (Alonso in Madrid scheint ja damit so seine Probleme gehabt zu haben. Ist ja auch eine Trainernulpe, klar.) ;)

Allgemein gibt es keine bestimmbare Verbindung zwischen Führungsanspruch und sportlicher Qualität. Ein Führungsspieler muss nicht zwanghaft der beste Fußballer sein. Also z.B. Führungsspieler und Stratege auf dem Platz. Und er muss auch nicht immer auf einer Linie mit dem Trainer sein. Das sind Idealfälle, aber wird kaum der Regel entsprechen.

Klopp z.B. war nach eigener Aussage kein besonders guter Fußballer. Wird aber als Spieler sicherlich bereits Autorität besessen haben. Und dennoch spiele er in Mainz oft genug in den Tiefen der zweiten Liga.

Bessere Spieler: Naja, jede Mannschaft, die nicht auf Platz eins steht, braucht bessere Spieler oder Trainer. Vielleicht auch beides. ;)

Im Grunde ist das auch eine Binsenweisheit, Entschuldigung, weil Kaderentwicklung innerhalb eines permanent ablaufenden Wettbewerbs in der Natur der Sache liegt. Damit einhergehend findet auch eine gewisse Dynamik (Hierarchien, positive wie negative Leistungsschwankungen usw.) statt. Klar auch in Abhängigkeit der vorhandenen Mittel.

Ein Olise von München garantiert zwar als Einzelspieler noch kein Erfolg in Form von Titeln - muss auch in der Anschaffung (Talentstatus) nicht unbedingt viel kosten -, aber in Verbindung mit Kane, Musiala, Kimmich usw. kann er ein wichtiger Faktor und damit auch teuer werden. Und Sorry, aber Geld ist in Bezug darauf nun mal der entscheidende Elefant im Laden. Anders: Geld ist kein Garant für sportliche Qualität - man kann auch viel Geld für Spieler ausgeben, die nicht passen -, aber es ist ein fundamentaler Bestandteil dafür, um vorhandene Qualität im Kader und damit Entwicklungen stabil zu halten.

Gehälter: Man kann sicher über Gehälter reden. Sollte dabei aber nicht vergessen, dass es sich sozusagen um einen externen Wettbewerb mit anderer Gehaltsstruktur handelt. Anders: Im internationalen Vergleich, was die Cl ja ist, besteht ein anderes Lohnniveau als innerhalb der heimischen Liga. Das ist auch innerhalb Englands nicht anders war schon immer so. Und gilt auch in Bezug auf die Wirtschaft. Im internationalen Vergleich verdient man besser als beim heimischen Bäcker vor Ort. (Kettenlose Sklaven zum Stadionbau ausgenommen. Aber auch das war schon immer so.)

Offensivdruck: Natürlich. Aber nochmal: Die hier dafür oft angeforderte Qualität für einen konstanten Erfolg kosten dann auch Geld, wenn man sie länger im Verein halten will. Weil das in der Regel Spieler sind, die auch international gesucht werden. Und die kennen ihren Wert! Da darf man sich nichts vormachen. Haben wir doch oft genug erlebt bzw. erleben das häufig bei entsprechenden Spielern. Und natürlich haben die Wechsel solcher Spieler auch Einfluss auf die entsprechende Entwicklung.

Werte, um Gottes Willen. Gier gilt als eine der Totsünden. Jetzt biete Erling seinerzeit mal eine VVL an, wo er vielleicht mit 10 Millionen (Beispiel) Topverdiener wäre, und sage ihn nach seiner Absage dann: "Er solle doch mal sein Wertesystem hinsichtlich seiner Gier überprüfen.", um ihn doch noch zu Unterschrift zu animieren. Viel Glück. ;)

Wir pflegen im Unternehmen einen respektvollen Umgang miteinander, dulden aber keinen Widerspruch bei Überstunden. Die sind Voraussetzung. ;)

Entwicklung: Ich sag es gerne nochmal: Entwicklung ist kein linearer Prozess, der bei 22 Spielern dann noch simultan und in gleicher Weise stattfindet.
Schuldigung, Ist nicht so. ;)

Thema Führung: Führung heißt nicht, dass alle getroffenen Entscheidungen von allen zur vollsten Zufriedenheit getroffen werden. (können) Ich konnte mit dem Kritikpunkt nie all zu viel anfangen. In den letzten zwanzig Jahren ist deutlich mehr richtig als falsch gemacht worden. Dass es hier und mal Schwankungen gibt, ist doch völlig normal.

Gruß Ignazius

Stumpen
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Re: Quo vadis BVB?

#4039 Beitrag von Stumpen » Mo 2. Feb 2026, 20:27

... in der Theorie klingt Fußball ja immer herrlich einfach, ein bisschen Taktik, ein bisschen Talent, und schon läuft der Laden. In der Praxis sieht’s dann aber doch anders aus. Soweit so gut.

Ich bin nämlich fest davon überzeugt, dass charakterstarke Spieler kein Problem sind, sondern eher die Lösung. Leute, die eine Meinung haben, Ansagen machen und sich nicht verstecken, sind Gold wert. Wenn du nur elf Spieler hast, die brav hinterhertraben, gewinnst du nicht mal einen Blumentopf, geschweige denn ein Bundesligaspiel. Da nehme ich lieber einen, der sich hinstellt, die Mitspieler wachrüttelt und mit Leistung vorangeht, als eine ganze Parade aus Lauchstangen, die aussehen wie „Bundesliga zum Mitnehmen“.

Akzeptanz entsteht durch Leistung und Verantwortung, da sind wir uns einig. Hätten wir einen echten Chef auf der Sechs und einen auf der Zehn, dann käme der Führungsanspruch ganz von selbst. Wer weiß, wie’s geht, sagt auch, was zu tun ist.

Und ja, sportlicher Anspruch und sportliche Qualität hängen zusammen. Stell dir mal elf Adeyemis auf dem Platz vor, da kannst du schon mal den Fahrstuhl nach unten bestellen. Wenn man ehrlich ist: Wer liefert bei uns konstant ab? Kobel, Anton, mit Abstrichen Schlotterbeck. Danach wird’s schon dünn. Nmecha, Ryerson, Svensson – okay, aber auch nicht immer. Der Rest pendelt irgendwo zwischen Kreisliga-Feeling und gehobenem Bundesliga-Durchschnitt. Wir brauchen Spieler, die in acht von zehn Spielen an ihrer Leistungsgrenze kratzen, nicht nur in zwei.

Und am Geld liegt’s sicher nicht. Nach Bayern geben wir am meisten für Transfers aus, und bei den Gehältern stehen wir auch auf Platz zwei. Klar, Bayern zahlt doppelt so viel – aber unser Etat ist trotzdem 50 Millionen höher als der von Leipzig oder Leverkusen und fast 100 Millionen über Frankfurt. Also Geldmangel? Fehlanzeige.

Natürlich ist Kaderentwicklung kein gerader Weg. Fehler passieren, Brüche kommen, und dann fängt man wieder von vorne an. Aber man sollte aus diesen Fehlern wenigstens lernen. Stattdessen laufen unsere Spiele oft nach dem gleichen Muster ab. Der Gegner weiß genau, was möglich ist und wir bieten es ihm auch noch auf dem Silbertablett an. Frank Schmidt hat vor dem Heidenheim-Spiel quasi das Drehbuch vorgelesen. Wären die individuell etwas stärker gewesen, hätten wir das Ding nicht gewonnen.

Offensivdruck hat wenig mit Gehalt zu tun. Sonst dürfte Heidenheim ja gar nicht erst in die Nähe unseres Strafraums kommen. Viel wichtiger ist ein Plan, einstudierte Abläufe, Automatismen. In den 13 Minuten, in denen wir mal Tempo gemacht haben, sah das Spiel plötzlich völlig anders aus. Danach wollten wir verwalten und zack, war die Dominanz weg.

Nmecha ist ein gutes Beispiel, wenn es um Werte geht und wie wir diese wahrnehmen. Der bringt Werte und Selbstverständnis mit, die hatte er schon vor uns. Die Frage ist, muss er so werden, wie wir ihn gerne hätten, oder müssen wir akzeptieren, wie er ist? Wir haben ihn geholt, also liegt es an uns zu prüfen, ob er ins Gesamtpaket passt. Gleiches bei Süle, als Leader geholt, aber keiner geworden. Das ist nicht sein Fehler, sondern unserer, weil wir nicht genau hingeschaut haben. Und Adeyemi? Es gibt Gründe, warum Bayern ihn nicht wollte. Der spielt bei uns teilweise immer noch, als wäre es seine erste Saison. Null Bindung zum Spiel, Fremdkörper.

Trotz allem, in den letzten zwanzig Jahren wurde viel mehr richtig als falsch gemacht. Isso. Ob wir aktuell auf dem richtigen Weg sind, wird sich erst in zehn Jahren zeigen. Ich glaube wir sind an einem Kipppunkt. Das nächste Transferfenster wird wesentlichen Einfluss auf unsere weitere Entwicklung nehmen.

Und Entwicklung ist eben kein Sprint, sondern ein Marathon, allerdings wenn die Schnürsenkeln zusammengeknotet sind wird es schwer mit dem Loslaufen.

Wir müssen einfach bessere Entscheidungen treffen, auf und neben dem Platz.
"Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende."

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Re: Quo vadis BVB?

#4040 Beitrag von Tschuttiball » Mo 2. Feb 2026, 21:26

Keinerlei Neuzugänge im Winter, nur Abgänge... ob das gut geht?ob das richtig ist, angesichts eines möglichen Titelrennens?
Man weiss es alles nicht...
Vielen Dank für alles Herr Dr. Reinhard Rauball!

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